Können uns belastende Erlebnisse krank machen?

Angst

Ja!
Man schätzt heute aufgrund neuer Untersuchungen, dass etwa 40 bis 60% aller Menschen irgendwann in ihrem Leben einmal das Opfer eines traumatischen Erlebnisses werden und Folge-Beschwerden entwickeln.

Normalerweise verarbeiten wir alles, was wir erleben ganz automatisch.
Ist aber ein Erlebnis sehr belastend, oder wird als Trauma erlebt, so können als Reaktion noch Monate später verschiedenste Symptome auftreten (posttraumatisches Belastungssyndrom).

Solche Erlebnisse können z.B. der Verlust eines geliebten Menschen, ein Unfall oder eine schwere Krankheit, erlebte Gewalt oder Missbrauch sein. Aber nicht nur als direkt Beteiligter kann man krank werden, auch als Zeuge eines schlimmen Ereignisses kann es noch nach Monaten oder Jahren zu Reaktionen kommen. Auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit können noch im Erwachsenenalter zu problematischen Symptomen führen.

Reaktionen, die auf ein erlebtes Trauma bzw. ein Posttraumatisches Belastungssyndrom(PTBS) hinweisen, sind vielseitig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Wird ein Geschehen als besonders heftig wahrgenommen, kann es auch zu einem Gedächtnisverlust kommen. Man erinnert sich nicht mehr an das Ereignis. Manchmal erstreckt sich die Amnesie auch noch auf eine Zeit vor und/oder nach dem Erlebnis.
Mögliche Symptome:

  • Wiederholte, zwanghafte Erinnerungen an das Ereignis oder an bestimmte Teile.
  • häufiges und intensives Wiederdurchleben des Traumas, sogenannte Flashbacks.
  • Vermeidung von Situationen, die eine Erinnerung an das Trauma mit sich bringen könnten.
  • Nicht erinnern bestimmter Lebensabschnitte oder Ereignisse.
  • Ängste, Phobien, Zwänge.
  • Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten.
  • Schlafstörungen.
  • Reizbarkeit, Wutausbrüche, Stimmungsschwankungen.
  • Psychosomatische Beschwerden.
  • Schuldgefühle, beispielsweise bei Überlebenden oder beteiligten Helfern.

Durch Gespräche kann ein erfahrener Therapeut oder Arzt meist sehr schnell erkennen, ob Symptome vorliegen, die auf ein PTBS beziehungsweise traumatische Erlebnisse hinweisen.
Es gibt mittlerweile sehr sanfte Therapien zur Stärkung, Verarbeitung und Ablösung, die eine Konfrontation und eventuelle neue Traumatisierungen vermeiden.