Was tun bei chronischen Schmerzen?

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Schmerz dient als Warnung und zum Schutz vor einer akut drohenden Schädigung. Leider gibt es aber auch chronische Schmerzen, die das Leben der Betroffenen zur Hölle machen können.
Laut einer europäischen Schmerzstudie (Pain in Europe Survey, 2003) leiden etwa 17% der deutschen Bevölkerung an chronischen Schmerzen, das entspricht knapp 14 Millionen Betroffenen.
(Quelle: Deutscher Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz)
Mögliche Ursachen für chronische Schmerzen:
„Die Ursachen chronischer Schmerzen unterscheiden sich erheblich“, sagt Professor Christoph Maier, Leiter der Abteilung für Schmerzmedizin am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum.

Dauerreizung der Schmerzfühler

Dies ist bei bestimmten chronischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, Wundschmerzen oder Koliken der Fall.

Schäden an den Nervenfasern

Werden die Fasern an einer Stelle beschädigt oder gequetscht, senden ständig Impulse.
Diese Schmerzen werden oft als kribbelnd, elektrisierend oder einschießend empfunden.
Beschädigten Nerven liefern auch falsche Informationen sodass es oft gar nicht an der eigentlichen Stelle schmerzt, sondern woanders. Ein extremes Beispiel sind Phantomschmerzen nach einer Amputation. Hier empfinden die Patienten Schmerzen in einem Körperteil, das nicht mehr da ist. Diese neuropathischen Schmerzen können auch bei Zuckerkrankheit, Bandscheibenvorfällen sowie nach einer Gürtelrose oder einem Schlaganfall auftreten.

Fehlsteuerungen und psychische Belastungen

Rückenschmerzen z.B. beginnen oft mit einer Muskelverspannung. Die sorgt für weitere Verspannungen, was die Schmerzen verstärkt. Bei Migräne-Attacken ist wohl der Blutfluss im Gehirn, bei Spannungskopfschmerzen vermutlich die Funktion der Nackenmuskulatur gestört.
Für manche chronischen Schmerzen lässt sich aber trotz aller Untersuchungen keine Erklärung finden. Das gilt vor allem für anhaltender Magen-Darm-Beschwerden, Herz- oder auch Kreuzschmerzen. Hier sollten psychische Belastungen sowie Stress im beruflichen und privaten Umfeld geprüft werden (psychosomatischer Schmerz).

Das „Schmerz- Gedächtnis“

Manchmal verselbstständigt sich der Schmerz und wird zu einem eigenen Problem. Man spricht von Chronifizierung.
Hier führen biochemische und physiologische Veränderungen an Rezeptoren im Rückenmark und im Gehirn dazu, Dauerschmerzen hervorrufen.

Was kann man gegen den Schmerz tun?

Da eine Schmerzkrankheit sehr vielschichtig ist, sollte auch eine ganzheitliche Therapie erfolgen, die alle Aspekte der Erkrankung umfasst.
Optimal ist ein sogenanntes multimodales Konzept, das neben medizinischen und medikamentösen Maßnahmen auch psychologische Verfahren sowie eine dem individuellen Leistungsvermögen angepasste Bewegungstherapie einschließt.
Wichtig ist auch eine umfassende Aufklärung des Patienten und dessen Familienangehörigen über das Krankheitsbild.
Auch eine Selbsthilfegruppe kann hier zusätzlich unterstützen.

Oftmals leiden die Betroffenen neben den Schmerzen stark unter dem Unverständnis des sozialen Umfeldes.
Zum Teil kann der Patient seinen Beruf nicht mehr ausüben.
Freizeitbeschäftigungen, Partnerschaften oder Freundschaften werden wegen der Schmerzen vernachlässigt. Die Folgen können Isolation, Resignation, Verlust der Lebensfreude und schließlich Depressionen sein.

Mögliche Therapieformen:

  •  Medikamente/Schmerzmittel
  •  psychotherapeutische Verfahren
  •  Entspannungsverfahren
  •  Heilhypnose
  •  Homöopathische Ansätze
  •  Physiotherapie
  •  Sport- und Ergotherapie
  •  Akupunktur

Neben Entspannungsverfahren hat sich die Behandlung von Schmerzen durch Heilhypnose als eine wirkungsvolle Unterstützung erwiesen.
Insbesondere dann, wenn übliche Schmerzmittel keine Wirkung erzielen oder aus medizinischen Gründen (z.B. während der Schwangerschaft) nicht angewandt werden können. Hypnose kann sowohl bei akuten (z.B. Zahnschmerzen) als auch bei chronischen Schmerzen eingesetzt werden.

Die Anwendung der Hypnose erfolgt in einem tiefen Entspannungszustand, der Trance. In dem eingeleiteten Trancezustand ist das Gehirn besonders aufnahmefähig und kreativ. In vom Schmerzpatienten entwickelten „inneren Bildern“ werden Veränderungsprozesse eingeleitet, die in der Folge zu einer Schmerzlinderung und teilweise auch zu einer vorübergehenden Schmerzfreiheit führen können. Durch Hypnose verändert sich zudem die Schmerzverarbeitung, wie Messungen am Gehirn zeigen konnten. Das Leiden unter dem Schmerz wird nachweislich geringer, indem es dem Betroffenen gelingt, eine größere Distanz zum Schmerz aufzubauen und ihn eher wie ein Beobachter von außen wahrzunehmen.

 


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