Wenn der Säbelzahntiger nicht mehr kommt…

Säbelzahntiger und Stress

 

…Stressmanagement von der Steinzeit bis heute.

Zugegeben – die Zeiten von Büffeljagd und Brautwerbung mit der Keule sind vorbei. Doch die gesellschaftliche Wandlung überzeugt noch lange nicht den „Jäger- und Sammler-Stoffwechsel“ in unserem Körper. Ein Kampf auf Leben und Tod oder einfach wegrennen, wie es unsere Vorfahren  in der Jungsteinzeit angesichts eines Säbelzahntigers gewohnt waren, ist heute zum Glück nicht mehr nötig.
Und den nervigen Kunden oder Kollegen mal eben zu verprügeln, ist auch nicht unbedingt hilfreich.
Wir sind vom Muskel– zum Nervenarbeiter „mutiert“. Geblieben sind die archaischen Reflexe bei Anspannung und Stress.
Den angestauten Stress wieder abzubauen,  ist heute unser Problem.

Was ist Stress überhaupt?
Stress ist eine natürliche Reaktion des Organismus auf äußere Belastungen. Ob eine Situation als „stressend“ erlebt wird, hängt von der persönlichen Bewertung ab.
Meist sind die heutigen Stress-Faktoren nicht direkte Lebensbedrohungen. Aber auch wir führen einen „Überlebenskampf“, auf eine ganz andere Art. Die Stressfaktoren unserer Zeit haben häufig mit Leistungsdruck in Schule und im Beruf zu tun, mit Erwartungen und Anforderungen, auch im Privatleben.Viele Informationen und Reize strömen täglich auf uns ein. Schließlich sind wir Tag und Nacht per Handy erreichbar, ständig Online, immer verfügbar. Nicht zu vergessen der „Freizeitstress“, dem wir uns oft zusätzlich aussetzen.

War das nicht schon immer so?
Ein großer Unterschied zu früheren Zeiten besteht darin, dass viele Stress-Auslöser  heutzutage andauernd vorhanden sind. Es fehlen die Entspannungsphasen, in denen unser System „herunterfahren“ kann.
In unserem Steinzeitbeispiel war das einfacher:
Der Säbelzahntiger greift an – ich gerate in eine Stress-Situation.
Was passiert in meinem Körper?
Alles bereitet sich auf das Überleben vor, „unwichtige“ Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Sex werden ausgeblendet.
Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Testosteron und Kortisol werden ausgeschüttet.
Ich habe jetzt drei Möglichkeiten, um den Stress wieder abzubauen:

  1. Ich kämpfe
  2. Ich laufe weg
  3. Ich werde gefressen

Für welche Lösung ich mich auch entscheide, die bereitgestellten Energien werden sofort verbraucht, die Stress-Situation ist erst mal weg. Zumindest so lange, bis das nächste Untier kommt, ein Vulkan ausbricht oder ein steinzeitlicher Ehekrach droht. In der heutigen Zeit sind wir vielen Stressfaktoren ununterbrochen ausgesetzt, wie soll unser Körper da „herunterfahren“ und sich erholen? Körperenergien werden blockiert, der gesamte Organismus ist dauerbelastet.

Was sind die psychischen und physischen Folgen?   

Bei Denkprozessen:
Konzentrationsmangel, Leere im Kopf (Black-out) und Gedankenkreisel sind mögliche Folgen.

Auf der Gefühlsebene:
Sie fühlen sich überfordert, Sie spüren innere Unruhe bis hin zu Ärger, Angst,  Panikattacken und Depressionen.

Nerven und Kreislauf:
Die
Atemfrequenz erhöht sich, Herz und Kreislauf werden belastet. Die Blutgefäße verengen sich. Die Folge: Herzrasen, Kurzatmigkeit.

Bewegungsapparat:
Die gesamte Skelettmuskulatur ist angespannt. Es kommt zu Verspannungen, zum Beispiel im Schulter- und Nackenbereich.

Fazit: Stress macht krank!

Ein paar Zahlen und Fakten:
Laut einer Erhebung im Jahr 2013 sind aufgrund des Burn-out-Syndroms innerhalb von acht Jahren die Krankheitstage in Deutschland um das 18-fache gestiegen.
Besonders alarmierend ist für mich eine Gesundheitsstudie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse von 2011 bei Schülern. Jeder dritte leidet bereits an depressiven Stimmungen. Der Anteil steigt von 23 Prozent im elften Lebensjahr auf 33 Prozent im 18. Lebensjahr stetig an.

Zurück in die Steinzeit?
Wie sieht die Lösung aus? Sollen wir eine Zeitmaschine bauen und zurück in die Steinzeit reisen? Das wäre sicher ein spannendes Abenteuer, aber schließlich leben wir im 21.Jh gar nicht so schlecht.
Wir sollten den Themen Stress und Burn-out mit allen Mitteln entgegen treten. Wichtig: bereits bei unseren Kindern beginnen!

Wie kann eine „Anti-Stress Strategie“ aussehen?
E
s gibt den durchaus positiven Eustress, der motiviert und fit hält.
Dem gegenüber steht der krankmachende Disstress.
Wenn es uns gelingt, unsere individuellen, negativen Stressfaktoren in positive umzuwandeln, haben wir schon viel gewonnen.

Druck raus – Entspannung rein!
Druck in Beruf oder Schule lässt sich nicht immer vermeiden. Aber lassen Sie deshalb dort beginnen, wo wir selbst bestimmen können: Im Privatleben.
Gemeinsam mit Freunden, Partner oder Familie besprechen, wo Stressfallen im Alltag auftreten und wie man diese vermeiden kann, ist ein guter Start.

Die Adler-Perspektive
Wenn gar nichts mehr geht und die (Stress)Wogen über unserem Kopf zusammen schlagen, stellen Sie sich vor, Sie wären eine Adler. Betrachten Sie die Situation wie dieser Vogel von oben, ganz weit weg. Dann wird nämlich vieles ganz klein und unwichtig.

Gelassenheit
Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Stau. Ändern können Sie jetzt sowie so nichts mehr an der Situation. Natürlich können Sie sich ärgern und aufregen. Wie wäre es stattdessen, die Lieblings-CD einzulegen, ein paar Mal tief durchatmen, an etwas Schönes denken…
Die Situation einfach akzeptieren und das Beste draus machen!

Hamsterrad-Stopper:
Es gibt noch viele Entspannungstricks und Übungen, die ich auch bei Workshops und Beratungen für Einzelpersonen und Gruppen zu diesem Thema aufzeige und trainiere.

  • die Mini-Meditation für Faule
  • Atemübungen
  • autogenes Training
  • Sekundenurlaub

Ich gebe Werkzeuge an die Hand, die sich ohne großen Aufwand im Alltag integrieren lassen.
Auch mit kurzen, leicht erlernbaren Übungen kann man dem Stress sehr effektiv entgegenwirken. Wichtig ist es, frühzeitig etwas zu tun. Individuelle Stressfallen finden und entschärfen sind ein Schritt. Entspannungs-Inseln im Alltag schaffen, ein weiterer.
In einer Stressberatung stellen wir gemeinsam Ihre individuelle Ent-Stress-Strategie zusammen.